7. SGO Community Event - Macht. Moral. Systeme? – Was organisierte Kriminalität mit uns allen zu tun hat
Am 5. März 2026 traf sich die SGO Community an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich zum 7. SGO Community Event. Im Zentrum stand die Frage:
Was hat organisierte Kriminalität mit uns allen zu tun?
Und damit verbunden: Welche Rolle spielt organisierte Kriminalität innerhalb bestehender Systeme und Organisationen?
Ein zentraler Gedanke des Abends war, dass organisierte Kriminalität selten ausserhalb von Systemen entsteht. Vielmehr nutzt sie Schwachstellen innerhalb bestehender Strukturen – besonders dort, wo Regeln aufgeweicht werden, Verantwortung unklar bleibt oder kleine Regelverstösse zur Normalität werden.
Prof. Dr. Frank Urbaniok gab Einblicke in die forensisch-psychologische Perspektive auf menschliches Verhalten. Urbaniok unterscheidet dabei zwischen Persönlichkeitstätern, bei denen kriminelles Verhalten Teil der Persönlichkeit ist, und Situationstätern, die unter bestimmten Umständen Grenzen überschreiten. Für Organisationen bedeutet das: Persönlichkeitstäter frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, dass sie verantwortungsvolle Positionen übernehmen, während sich Situationstaten vor allem durch klare Regeln, funktionierende Kontrollmechanismen und eine starke Organisationskultur reduzieren lassen.
Sandro Mattioli brachte aus journalistischer und investigativer Perspektive, die Funktionsweise organisierter krimineller Netzwerke ein. Anhand von Beispielen zeigte er, wie es der Mafia gelingt, Kontakte in Finanzsysteme aufzubauen, Bankfunktionäre für sich zu gewinnen und komplexe Finanzoperationen abzuwickeln.
Neben den Impulsen der Referierenden bot der Abend Raum für Diskussion und Erfahrungsaustausch – in den Breakout-Sessions ebenso wie beim anschliessenden Netzwerk-Apéro.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Teilnehmenden, Referierenden, Moderatorinnen sowie den helfenden Händen, die diesen Abend möglich gemacht haben.
